Der Beginn?

Damals, in der 7. Klasse mussten wir einen Brief an unser Ich in einem Jahr schreiben. Ich wurde zu diesem Zeitpunkt gemobbt und fühlte mich so dermaßen allein da draussen. Ich war fett, hässlich, hatte kein Selbstwertgefühl und fühlte mich mies. Ich schrieb also einen Brief. Dort versuchte ich mir Mut zu machen um meinen inneren Schweinehund zu überwinden. Ich solle mehr Sport machen und mir eine Freundin suchen. Was ich nach einem Jahr davon umgesetzt hatte? Absolut nichts. Und das hat sich bis jetzt, also 7 Jahre später nicht geändert. Ich bin immer noch fett, aus mancher Sicht vielleicht hässlich. Ich will nicht wissen was die Menschen aus dem Dorf hinter meinem Rücken über mich reden. Ich studiere im dritten Semester BWL und bin so dermaßen faul, dass ich es am Besten niemandem erzählen will. Ich werde mein Studium schaffen, aber weit unter meinen Fähigkeiten bleiben. Und dann? Ich weiss es nicht.
Ich habe es in diesen 7 Jahren allerdings geschafft, vom Mobbingopfer zu Allerlei Liebling aufzusteigen. Ich hatte bis zum Abi so unglaublich viele Freunde gesammelt, denen ich zu absolut 100% vertrauen kann. Bzw. konnte. Jetzt in München sind sie natürlich weg. Ich habe es verpasst Anschluss zu finden und stehe nun da mit flüchtigen Bekanntschaften und wagen Freundschaften. Meinen Halt habe ich immer noch daheim, wo meine alten Freunde sind. Diese geben mir halt, um die wochen voller Einsamkeit zu überstehen. Ich gehe nicht sehr oft zur Uni, sondern sitze daheim vorm PC und esse. Ich hasse mich dafür. Alles könnte perfekt sein: Uni, Freunde, Fitnesscenter. Aber ich kann einfach nicht. Warum auch immer.

Das ist also der Beginn dieses Blogs. Meine Situation zum 26.01.2016. Ich bin absolut unzufrieden mit meinem Leben, obwohl ich alles richtig gemacht habe, was mich weiterbringen kann. Wie in der 7. Klasse ist dies ein Appell an mein zukünftiges Ich, mit der Hoffnung, dass sich wieder einiges zum Besseren wenden wird. In Zukunft werde ich sowohl mein aktuelles Leben, als auch Ereignisse aus der Vergangenheit hier festhalten um dem Vergessen entgegenzuwirken. Dies wird höchstwahrscheinlich niemand ausser mir lesen, was mir Kraft gibt. Wenn doch: Du bist etwas besonderes, niemandem habe ich bisher mehr Einblick in MICH gewährt als irgendjemandem vor dir.